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Meme des Monats: The Revenge of The Right Hemisphere

31. Januar 2005

So wie es “Schnappi, das kleine Krokodil” auf Platz 1 der Hitparade schaffte, nämlich mit exponentieller eMailPropaganda, schaffen es immer wieder Titel und Themen, eine mediavirulente Eigendynamik zu entwickeln und sich wie in einer Petrischale auszubreiten. So auch der Artikel aus WIRED “Revenge of the Right Brain” von Daniel H. Pink. Es geht um Asien, Automation und Überfluss (abundance), sowie die Rückehr der rechten Hemisphäre. Die ist längst überfällig, waren doch die letzten Jahre primär quantitativ geprägt, sequentiell und rational - die klassische Domäne der linken Hemisphäre. Zeit für einen Wechsel, so der Autor, und belegt es anhand der drei A´s.

Asia, Automation, Abundance

Wem die rechts/links Metapher zu hirnlastig ist, softwaretechnisch spricht man von der abwechselnde Dominanzen der Psychedeliker und Programmierer, oder nennen sie es männlich-weiblich, yin und yang, auch der Wechsel der Gezeiten ist ein gutes Beispiel für den steten Wandel, warum nicht in unserer Wirtschaft und Gesellschaft? Die “Rückkehr der rechten Gehirnhälfte” betrachtet “knowledge worker”, also Programmierer, Consultants, Anwälte, Steuerberater, Radiologen, Finanzdienstleister, Ingenieur usw., als evolutionäres Auslaufmodell - ebenso wie das Informationszeitalter. Am Horizont treten drei neue Spieler auf den Plan: Asien, Automation und der Überfluss.

Go right man, go right!

Asien, weil es mittel- und langfristig auch anspruchsvollere Dienstleistungen (typische Linkshirn-Jobs) preiswerter anbiet, was auch für die immer intelligenteren Automationsprozesse gilt. Dem Westen bleibt dafür die Idee, die Kreativität. Da trifft es sich, dass als drittes der Überfluss (abundance), eine Domäne der rechten Gehirnhälfte, uns zu Hilfe kommt! Allerdings weniger der materielle, in Zukunft wird wohl eher immaterieller Überfluss gefragt sein: Sozusagen vom Besitz zum Zugang. Und demzufolge gelten soziale Erfüllung, Zufriedenheit, Glück und Gesundheit als die wirklich heissen Trends. Jeder der drei A-Player ist bereits Dynamit, doch in ihrer Kombination entfalten sie eine Dynamik, die unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren nachhaltig aufmischen wird, so Pink. Seine plakative Empfehlung: Go right man, go right!

Das breite Echo auf den Artikel zeigt deutlich, dass die Idee den Nerv trifft. Aus derselben Kiste kommen auch die Erfolge von Apple, insbesondere des iPods, der sechste Kondratieff-Zyklus, die Geschenk-Ökonomie des Filesharing, Breitband und Blogosphere. Für Richard Florida ist es “The Rise of the Creative Class” und für Doug Rushkoff die “zweite Renaissaince”. Beide haben wir bereits im O-Ton (MP3) hier vorgestellt. Und heute war es Daniel H. Pink, Autor von “Revenge of the Right Brain”.

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Warum sollten Sie einen (Business)Blog betreiben ?

31. Januar 2005

Anhand eines typischen Meetings schildert Christopher Carfi (The Social Consumer Manifesto) die Vorteile eines Blogs (unter Geschäftsfreunden): Man kennt sich bereits im Vorfeld, peinliche Überaschungen bleiben aus und man hat das Gefühl, einen alten Bekannten zu treffen. Es geht, wie so häufig, um Neziehungen. Christopher Carfi:

“Reason #6537 why business folk should write, podcast, or otherwise communicate often, and in their own voice: your customers, vendors, and partners get to know you before they even meet you, so when you do get together, you already have shared context and can get things done 10x faster than you ever have in the past.”

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Spinner-Suite auf der Learntech

31. Januar 2005

Wie im letzten Jahr mit dem “Workshop für Spinner, Narren und Querdenker”, darf auch 2005 auf der LEARNTEC wieder quergedacht werden. Das ist auch nötig, so Mitinitiator Thomas Glatt von der Credit Suisse, denn “leider ist es oft so, dass Spinnen in einer angeblich resultatorientierten Firmenkultur verpönt ist. Da müssen Bildungs-Kongresse Raum bieten für interaktive Möglichkeiten.” Vorbereitend und begleitend wird das Event auf der gleichnamigen Webseite begleitet, dort und in karlsruhe, so im O-Ton

• diskutieren wir über Entwicklungen im Bereich des eLearnings, technische Neuerungen, neuartige Lernkonzepte und Anforderungen, die ein vernünftiges eLearning meistern muss. Offenheit und die Erlaubnis zum Spinnen und Querdenken sind dabei oberstes Gebot.
• testen wir die Möglichkeiten und Grenzen virtueller und realer Kommunikation. Dabei sind wir gewissermaßen unser eigenes Versuchsfeld.
• erproben wir technische und methodische Lern- und Kommunikationskonzepte und prüfen sie auf ihre Praxistauglichkeit.
• arbeiten wir an konkreten Projekten - virtuellen wie realen. Der Auftritt mit der Spinner-Suite im Rahmen der Learntec versucht, ein bisschen kreativ-produktives Chaos in den konventionellen Messe- und Kongress-Betrieb zu bringen. Let’s flow! ;-)
• pflegen wir ein lockeres virtuelles Netzwerk von Leuten, die am Lernen Spaß haben. Bierernst, steif und trocken - wir? Nee! ;-)

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iPod Therefore iAm

28. Januar 2005

Markus Giesler, 28, Absolvent der Privatuniversität Witten-Herdecke, wurde mit 27 jüngster Assistant Professor Nordamerikas, und zwar für Marketing an der Schulich School of Business, York Universität, Toronto. Der ehemalige Produzent für Werbejingles, Autor (ManagerMagazin) und Labelbesitzer, gilt inzwischen als eine der ersten Adressen in Sachen High-Tech Konsumentenforschung. Er publizierte über die Napster Schenk-Ökonomie, untersuchte die Risikobereitschaft im Erlebnisraum Tauschbörse und betreibt ethnografische Studien über den iPod. Die dazugehörige Webseite heisst iPod Stories. In einem Telepolis-Interview erzählt er ein wenig über seine persönlichen Erfahrungen:

“Ich war von 1995 bis 2002 als Autor und Musikproduzent im eigenen Label tätig. Zuerst mit einem, später dann mit drei Tonstudios. Da habe ich ganz unterschiedliche Sachen produziert, von Pop, über Radiojingles bis hin zur Lounge Musik. Das war eine tolle Zeit.

telepolis: Was hat sie zu dem Wechsel bewogen?

Markus Giesler: Irgendwann fand ich meine Musik im Internet wieder, raubkopiert. Da stand ich dann vor der Wahl: Verklage ich diese Leute jetzt oder will ich sie vielleicht verstehen? Ich entschloss mich für letzteres und begann 1997, parallel zu meiner Musikpraxis, die Zukunft der Zeitgeistindustrie in den Mittelpunkt eines Studiums der Wirtschaftswissenschaft in Witten und Chicago zu stellen …”

Cyborg Konsumenten

Ausgehend von ersten Vorstudien, ist der iPod weit mehr als ein Walkmann der dritten Generation. Für viele User ist er vielmehr ein revolutionäres Gerät, das sie via “Techno-Transzendenz” in einen Cyborg verwandelt: “iPod und User werden zu einer cybernautischen Einheit. Auch wenn wir über Cyborgs meist in kulturell-theoretischem und sciencefiktösem Kontext reden, hier haben wir ein excellentes Beispiel für ihr Auftreten in der Öffentlichkeit”.

Die hybride Entertainment Matrix

Nichts charakterisiert den Übergang vom homo ludens zum homo oeconomicus besser als der iPod. Das Gerät verbindet den Zuhörer mit der “hybriden Entertainment Matrix”, wobei Funktionen wie das zufällige Abspielen von Musiktiteln (random shuffle) zu den medialen Schlüsselelementen zählen. Ähnliches macht derzeit auch die Musik durch: Die klassischen Songs verwandeln sich unter den Händen von DJ´s in endlose Clubmixe, aus verschiedenen Musiktiteln werden alchemistische “Playlists”, individuelle Klangmuster und emotional gefärbte Hintergründe, gemessen in Stunden und verglechbar mit dem 24 Stunden Rad altchinesischer und -indischer Musiktheorie.

Cyborg Konsumenten sind PolyToxikomane: Sie benutzen verschiedenste Technologien, vom “Handy über den iPod bis hin zu Viagra”. Immer technisch und sozial hoch vernetzt. Denn der iPod ist für seine User weit mehr als eine Musikbox, er wird zur portablen Erweiterung des Gedächtnis. Er verbindet den Soundtrack unseres Lebens mit der entsprechenden Adressdatei, persönlichen Telefonnummern, Notizen und unseren Kalender. Wir tragen ihn am Körper, frönen dem Kult um das passende Zubehör und kaufen entsprechende Boxen, Auto-Anschlüsse, Funkstationen, Mäntelchen, exotische High Tech Accessoires und andere Paraphernelia. Vibriert die Festplatte am Körper, fühlen wir uns lebendig …

Vom Besitz zum Zugang

User betrachten ihren iPod als Teil von sich, weniger als transportable Stereoanlage, sie technotranszendieren und sitzen nicht länger vor einem Fernseher, sie werden Teil eines globalen Spiels, der hybriden Entertainment Matrix. Ein omnipräsentes Netzwerk aus Computer, Festplatte, Internet, Filesharing, Blog, Podcast und Music Store. Ausgetauscht werden nicht länger einzelne Lieder, als vielmehr komplette multimediale Bibliotheken und Festplatten. Eine der Konsequenten daraus skizziert Giesler im ManagerMagazin : “Eigentlich haben wir es ja schon immer geahnt: Technologien wie das Internet erweitern nicht nur die Möglichkeiten moderner Marktforschung und zielgruppenspezifischer Kommunikation. Sie eröffnen vor allem neue Wege, um vor ihnen davonzulaufen …” Das gelingt aber nicht immer, wie die skurrile PromiSichtung von Markus Giesler und Brian Adams zeigt: iPod Therefore iAm!

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Auf Wiedersehn für Webradios ?

21. Januar 2005

Weltweit gibt es unzählige kleine Webchannels, die sich häufig auf 20 - 50 simultane Hörer und Musik spezialisieren, die man an anderer Stelle vergeblich sucht. Damit soll jetzt Schluss sein, denn die Vergütungen an die GVL (Gesellschaft für die Verwertung von Leistungsschutzrechten) sollen ab April 2005 drastisch erhöht werden. Hinzu kommen Nutzungs-Bedingungen die aus technischer Sicht nicht eingehalten werden können (siehe auch den ausführlichen Artikel auf Telepolis).

Hinter der Aktion stecken die fünf grossen Plattenkonzerne, denn “die GVL ist hier wohlgemerkt nicht der Bösewicht – sie muss nur tun, was ihr die jeweiligen Plattenfirmen auftragen (Telepolis).” Erwin Reichel vom Radioring, einer Vereinigung von 300 Internetradios, frustriert: “Wir kleine Webcaster können nur schauen, was am Ende raus kommt”. Um die Vielfalt der meist unkommerziell agierenden deutschen Webchannels zu erhalten, bitte in die Protestliste eintragen (in den USA hat eine ähnliche Aktion im letzten Jahr bereits geholfen).

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Effective PowerPointPresentations for International Audiences

20. Januar 2005

Leider, leider, ist sie ist beliebter denn je, die PowerPoint Präsentation. Aber wenn es schon sein muss, dann wenigstens State Of The Art. Professionelle Tips gibt “MasterView International, a free monthly newsletter focusing on designing and managing effective PowerPoint presentations for international audiences. It is directed to communicators, managers, trainers, presenters and lecturers. It provides selected solutions, how-to techniques and resources on effective presentation-making, information design, presentation technology, and delivery approaches. MasterView is an also an open discussion forum for many of you having specific questions about making presentations.

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National Football League - dieses Jahr als MP3 Download

19. Januar 2005

Geniales Marketing: Die Reportagen und Sportberichte der National Football League gibt es in diesem Jahr erstmals als MP3 - zum downloaden! Zusammen mit dem Audiobook-Anbieter Audible und dem iTune Music Store von Apple wird die Reportage eines ganzen Spiels bei rund 10 Dollar liegen, ausgesuchte Highlights werden zwischen einem bis fünf Dollar kosten.

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Der Business Blog

16. Januar 2005

Auf dem Business Blog, seit 2005 am Netz, bietet Hartmut Giesen “in kompakten Beiträgen kleinere und größere Mosaiksteine für den unternehmerischen Erfolg an. Jeder Mosaikstein besteht aus einem taktisch oder strategisch relevanten Einzelthema: Einsatz von Blogs im Marketing, Verfassen von Success Stories, Organisation von Kreativität, optimale Preisfindung, motivierendes Führen etc.” Vor allem aber bietet er eine sehr gute Einführung in Sinn und Nutzen von Blogs in Unternehmen: Überzeugend! Eine Kostprobe …

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Techno vom Titan

16. Januar 2005

Sieben lange Jahre war die Raumsonde Huygen unterwegs, um heute auf dem grössten Saturnmond, Titan, zu landen. Zu sehen gab es spektakuläre Bilder von “Kanäle, Schluchten und vielleicht auch eine Küste” die Marty Tomasko, University of Arizona, im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt präsentierte. Laut Deutsche Welle könnten auf dem Titan “Bedingungen herrschten, die denen in der Frühzeit der Erde vor rund 3,8 Milliarden Jahren ähneln. Im dichten Dunst der Gashülle wurden Kohlenwasserstoffe gefunden, außerdem längerkettige Moleküle aus Stickstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. “Dabei könnte es sich um primitive Vorstufen von Verbindungen handeln, wie sie in der Frühphase der Erde zu Aminosäuren - den Bausteinen des Lebens - geführt haben”, so Missionsanalytiker Michael Kahn.

Satte Sounds

Und es gibt eine Menge faszinierender Tondokumente, die mit einem kleinen Mikrofon an Bord aufgenommen wurden. Nochmal die Deutsche Welle: “Sie sind alle zu einer Techno-Party auf dem Titan eingeladen”, sagte Marcello Fulchignoni vom französischen Institut für Astrophysik, als er eine Hörprobe der “Huygens”-Reise zum besten gab. Sein Team hatte Radarmessungen in Töne umgesetzt: Je näher “Huygens” der Oberfläche kam, desto schneller und höher wurde die Melodie, die an aktuelle Discomusik erinnerte. Weitere Tondokumente, die mit einem kleinen Mikrofon an Bord der Sonde aufgenommen wurden, hörten sich nach einem mächtigen Grollen an, das von dumpfem Klopfen unterbrochen wird …” Wie das klingt ? Folgen Sie einfach dem Link!

Music2Titan

Lohnend auch ein Klick auf diesen ESA-Link, der näher erläutert, was es mit den vier Popsongs von Julien Civange and Louis Haéri auf sich hat, von denen das kleine Logo zu Beginn des Artikels stammt. Julien Civange: “Here we are in something highly academic, very official, but our music is mainly rock! It is just like a stowaway, it enables everybody to identify with such a voyage,” said Civange. In dieser Mission steckt Musik drin!

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Bitte lächeln

16. Januar 2005

Glücklich macht uns selbstbestimmtes Handeln, Kompetenz, die Nähe zu anderen Menschen und Selbstachtung. Weniger glücklich machen Popularität, Einfluss, Geld oder Luxus. Das ist das Ergebnis einer Studie, die (vor einigen Jahren) im “Journal of Personality and Social Psychology” erschien.

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