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US-Büchereien verleihen literaturgefüllte iPods

25. Februar 2005

Wer nicht lesen will, soll hören. Dachten sich diverse US-Bibliothekare, vorwiegend aus dem ländlichen Amerika, und verleihen iPod Shuffles, randvoll mit (Vor)lesestoff. Die Nachfrage übertraf das Angebot bereits in den ersten Stunden, zumal die Lieferzeit der Miniplayer bei drei bis vier Wochen liegt. Mein erster Gedanke: Wann gibt es die ersten Audiotrainings auf dem iPod Shuffle? Wer ist der erste?

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LEARNTEC 2005 - eine Nachbetrachtung

20. Februar 2005

Jochen Robes gibt den Weiterbildungsblog heraus, ein Lichtblick in der deutschen Edublogosphere. Sein Rückblick auf die Learntec 2005 ist einer der lesenswertesten, Jochen Robes: “Ich glaube, die meisten LEARNTEC-Besucher werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass das Innovativste der diesjährigen Veranstaltung der Truck von Luigi Colani war, der diese Woche in Karlsruhe auf dem Messevorplatz parkte. Auch gilt mein ganzer Respekt den Herausgebern des eLearning-Journal, die mit großem Aufwand sicherstellten, dass kein Besucher ohne eine Erstausgabe in Händen die Hallen verließ!

Wenn ich aber jetzt versuche, die LEARNTEC inhaltlich auf den oder zumindest einige Punkte zu bringen, fällt mir das schwer. Nach wie vor präsentiert sie sich überbordend, was die unzähligen Sektionen und Foren betrifft, wenn auch die thematische Blöcke (”Business”, “Technologie” und “Didaktik”) dieses Jahr den Überblick etwas erleichterten. Es ist allerdings kaum nachzuvollziehen, warum die Organisatoren jeden Tag teilweise bis zu sieben Veranstaltungen parallel anboten, so dass viele Vorträge und Workshops nur mäßig besucht waren! Was bleibt?”

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Vorsicht Bildschirm!

19. Februar 2005


Das neue Buch von Manfred Spitzer “Vorsicht Bildschirm!
Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft” schlägt hohe Wellen. Denn Dr. Dr. Manfred Spitzer, ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie in Ulm, ist täglich mit der Kehrseite des unkontrollierten Medienkonsums konfrontiert. Doch die tatsächliche Tragweite des Medienterrors aber zeigt sich im Verborgenen:

Fernsehen macht Kinder dumm, krank und möglicherweise auch tot. Übergewicht, Bluthochdruck und Alters-Diabetes bei Jugendlichen sind die offensichtlichen Auswirkungen und stellen eine immer grössere Gefahr für die Gesundheit der jungen Generation dar.

Die tatsächliche Tragweite des Medienterrors aber zeigt sich im Verborgenen: Neurologische Studien beweisen, dass sich die Gehirne von Kindern, die schon von klein auf viel Zeit vor der Mattscheibe verbringen, anders entwickeln als die Gehirne von Kindern, die wenig oder gar nicht fernsehen. Nach dem Motto «was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr» werden wichtige Fähigkeiten von Anfang an nicht normal entwickelt: Das Vermögen zu riechen, zu fühlen, zu hören oder sich zu bewegen bleibt defizitär. Stattdessen entsteht eine körperliche Abhängigkeit von den Hormonen, die beim Sehen von Gewaltszenen oder beim aggressiven Computerspiel ausgeschüttet werden. Und dieser Prozess ist irreversibel.

Spitzer macht anschaulich, was normalerweise abstrakt bleibt. In Bildern und Zahlen führt er deutlich vor Augen, was der Bildschirmkonsum bei Kindern in der Entwicklung bewirkt. Die Ergebnisse von Studien in Amerika sind mehr als alarmierend: Zweijährige verbringen im Durchschnitt zwei Stunden vor dem Fernseher. Das lässt sich im Zusammenhang sehen mit der Tatsache, dass ein Drittel der Jugendlichen glaubt, keines natürlichen Todes zu sterben. Und Spitzer beweist an Hand von aktuellen Statistiken, dass der Trend in Deutschland in dieselbe Richtung geht.

Was zu tun ist, um diese Entwicklung zu stoppen, erläutert der Autor, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat, ebenfalls. Nicht nur Eltern und Pädagogen sind gefordert, sondern auch Gesetzgeber und Medienanbieter. Die steigende Gewaltbereitschaft bei deutschen Kindern und Jugendlichen und ihre Gesundheit gehen uns alle an, denn die Gesellschaft wird die Konsequenzen tragen müssen.

Spitzer selbst hat übrigens fünf Kinder und inzwischen keinen Fernseher mehr. Damit gehört er zu den 2 % deutscher Haushalte, die keinen Fernseher haben.

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Audio gewinnt im Netz an Fahrt

19. Februar 2005

Nokia gab gerade eine Pressemitteilung heraus, in dem sie einen neuen Voicedienst vorstellen, ähnlich dem Podcasting (was auch explizit erwähnt wird). Paralell sollen Audiodienste wie iRadio, der neue RadioService von Motorola, den Konsumenten für weitere Stunden ans Handy fesseln, UMTS ante portas! Die Idee dahunter ist eigentlich toll, doch aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Belastung durch Mobilfunk eindeutig kontraindiziert: Rote Karte! Das wird aber den Siegeszug der neuen Audiodienste kaum stoppen. Darauf baut auch der Verleger Random House, der mittelfristig auf Fremdsprachen und Lesungen via Handy setzt. Ich bevorzuge eher handliche Mediaplayer wie den iPod, so oder so …

The winner is

Der Trend dahinter: Der stationäre Internetanschluss wird zunehmend durch einen omnipräsenten Datenraum ersetzt. Ton, später Videos, lösen rasant die textorientierte Gutenberg-Galaxis als aktuelles InfoMedium ab.

Programme atomisieren zunehmend zielgruppenspezifisch, der Zugang zu den richtigen (weil für mich im Moment relevanten) Medien entscheidet über den informellen Vorsprung. Als eifrigem Leser erscheinen mir mehr als die Hälfte der Special Interest Magazine in den Bereichen eLearning, Multimedia und Business - im Vergleich zu den führenden, meist englischsprachigen Blogs, Webseiten und Podcasts - längst als yesterday´s papers. Das geht einher mit der rasanten Entwicklung von innovativer, preiswerter Software, die mit einem erstaunlichen Leistungsumfang daherkommen. Das reicht vom handlichen cms-System, über Audio- und Videopublishing, vom Powerpoint-in-Flash-Konverter bis hin zur komplexen Lernplattform. Diese Programme sind, intelligent verknüpft, oft 70 - 80 Prozent preiswerter als die zahlreichen old school Lösungen, die ich diese Woche wieder auf der Learntech in Karlsruhe sah.

Das Mittelmass

Andererseits: Auch deren Anbieter können ruhig schlafen, denn ihre Kunden tuen es sowieso. Hintergrund dieser optimistischen Einstellung: Ich habe einen Blick in die Personalentwicklung einer grossen Bank werfen dürfen. Zuerst in ihr Ausbildungsbedarfs-Ermittlungsprogramm (Welcher Mitarbeiter benötigt wann und warum welche Fortbildungsmassnahme?) und anschliessend in ein “ROI-Extrapolationsprogramm zur Ermittlung der Kosten-Nutzen-Analyse einer Weiterbildungsmassnahme mit Balkendiagrammen am Ende”. Um es kurz zu machen: Selbst als Shareware hätte das Ding keine Zukunft. Es war hammerhart, mir fehlen bis heute die Worte und es lässt sich nur als konzertierte Verschwörung gegen deutsche Unternehmen begreifen. Wer sowas für ein paar Zehntausender einkauft, hat massive Personalprobleme. Davon werden viele Programmierer und Trainer lange profitieren. Vom Mittelmass. Das scheint so sicher wie der Trend zu Ton und Video im Web: Stay tuned!

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Die Zukunft liegt nicht im Lernen …

11. Februar 2005

… sondern im Entlernen! Predigte Gerd Gerken (was macht eigentlich GG heute?) bereits in den 80ern - und lese ich heute zufällig in einem Artikel in dem Weblog “Creating Passionate Users”. Die aktuellen Entlern-Empfehlungen für Unternehmen (und somit für uns alle):

* Unlearn what your target market is (because it just changed).

* Unlearn the way you advertise and market (because your market just got a lot smarter).

* Unlearn the way you approach your brand (because it’s no longer within your control).

* Unlearn the way you teach (because learners need to unlearn and learn simultaneously)

* Unlearn the way you treat your employees (because before you know it, that “meets expectations” review might come back to haunt you on a blog ; )

* Unlearn the technology you use (self-explanatory… we’re all living this one)

* Unlearn the methodology you use

* Unlearn the designs you use

* Unlearn the words you use to describe your business

And on it goes.

John Seely Brown (I’m a big fan) has a lot to say about this here. Forget learning to learn… learn to unlearn. Ask yourself: “What is not serving me that I need to unlearn…?”

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Die Entdeckung der Faulheit

7. Februar 2005

Corinne Maier, 41, ist Französin und hat ein Buch geschrieben: “Bonjour paresse”. Das heisst soviel wie “Hallo Faulheit” und ging in Frankreich und Spanien hunderttausendfach über die Ladentheke. Es handelt von ihrem Leben und ihrem Job bei einem grossen französischen Energieversorger. Teilzeit.

Dafür ist Frau Maier als Politologin, Volkswirt und Psychoanalytikerin eigentlich überqualifiziert. Aber es schärft den Blick. Und so reiht sie kluge Sätze und irritierende Einsichten aneinander, Seite für Seite, mit offensichtlichem Sinn für das, was in der Luft liegt. Sie vergleicht den Anspruch an die immer weniger werdenden Mitarbeiter, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, und dabei hochmotiviert, flexibel, belastbar und stets erreichbar zu sein.

Vergleicht ihn mit der gefühlten Wirklichkeit ihrer Kollegen, die laut einer aktuellen Gallup Umfrage hierzulande so aussieht: 87 Prozent der Arbeitnehmer fühlen keinerlei echte Verpflichtung gegenüber ihrem Arbeitgeber, während 18 Prozent längst innerlich gekündigt haben und nur 13 Prozent sich voll für ihr Unternehmen einsetzen.

Um Anspruch und Wirklichkeit unter einen Hut zu kriegen, bedienen sich die leitenden Angestellten der Sprache: “Das Auffälligste an einem Unternehmen ist seine Phrasendrescherei.” Schreibt Corinne Maier und ruft zur inneren Kündigung auf. “Die Entdeckung der Faulheit - Von der Kunst, bei der Arbeit möglichst wenig zu tun”, erscheint diese Woche bei Goldmann und ist verspricht: “Dieses Buch wird Ihnen helfen, sich des Unternehmens zu bedienen, während Sie bisher lediglich dem Unternehmen dienten.”

Das macht mein Chefs schon lange, wird sich mancher denken und geht in Zukunft noch gezielter vor: Klare innere Kündigung, bloss keine Karriere, keine Verantwortung, nicht auffallen und eine ruhige Kugel schieben. “Wer sagt denn, das ausgerechnet das Büro der Ort sein muss, an dem wir uns, wie heisst es immer: verwirklichen?” Und so legt das Buch einen Finger in eine Wunde, die derzeit ziemlich schmerzt:

Kostspielige Rückholaktionen der Automobilhersteller aufgrund mangelhafter Teile der, über Jahre hinweg ausgepressten, Zulieferer, teure Pannen wegen überarbeiteter Mitarbeitern, die latente Angst, trotz glänzender Gewinne bald ausgesourced zu werden … und was im Wirtschaftsteil noch zu lesen ist. Was wird, wenn Corinne Maier auch hierzulande kreative Adepten und Practitioner um sich scharrt? Eine interessante Frage!

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Vom Massen- zum personalisierten Medium

3. Februar 2005

Der entscheidende Satz steht gleich zu Beginn des Artikels in USA Today: “This is all part of the shift from mass media to personalized media,” says Paul Saffo, research director of The Institute for the Future, a tech think tank in Palo Alto, Calif. “With the iPod, the Buddha is in the details. The finish and feel are such that you want to caress it.

“And when you do, wonderful things happen.”

Interviews with owners of various ages tell the same unsolicited tale. They shun today’s radio programming (too much talk, not enough good songs) and resent buying CDs that are full of songs they don’t want (they gladly spend 99 cents a song at Apple’s iTunes online music store, where 1.2 million songs are snapped up daily).

“This is no fad — the iPod has changed my life,” says Andrea Kozek, 29, a health care professional from Milwaukee and owner of, yes, My Precious.

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Die Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland

2. Februar 2005

Berlin, 26. Januar 2005 – Führende deutsche Unternehmer haben heute die „Wissensfabrik“ gegründet, einen Zusammenschluss, der durch gezielte Maßnahmen in Schulen bzw. Unternehmen Lernkultur und Erfindergeist sowie Unternehmertum und Eigeninitiative fördern will. Darüber hinaus zeigen die Chefs von BASF, Bosch, fischer, Follmann, KSB, ThyssenKrupp, TRUMPF, Voith und Wall mit anschaulichen Beispielen aus ihren Unternehmen, dass Deutschland in wissensbasierten und innovationsgetriebenen Geschäftsfeldern sowie im Dienstleistungssektor großes Wachstumspotenzial besitzt. Damit liefern sie einen Beleg dafür, dass trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen der Standort Deutschland besser ist, als die Stimmung vermuten lässt.

Wissen sichert Wachstum

Die Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland - versteht sich als offene Plattform für alle Unternehmen, die etwas für den Standort Deutschland tun wollen. Mittelfristig soll sie deshalb von mindestens 100 Teilnehmern getragen werden. Die Planung für das Jahr 2005 sieht die zwei Schwerpunkte „Wissensförderung“ und „Förderung des Unternehmergeistes“ vor: Die beteiligten Unternehmen gehen in ihrer jeweiligen Region Partnerschaften mit Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen ein, um gezielt Lese-, Schreib- und Technikkompetenz sowie naturwissenschaftliches Denken zu vermitteln und die Entwicklung wirtschaftlicher Grundkompetenzen zu fördern. Durch Besuche der Schüler und Jugendlichen in den Unternehmen soll außerdem wirtschaftliches Denken gefördert werden. Darüber hinaus bieten die Teilnehmer der Wissensfabrik Existenzgründern ihr Know-how und dezentrale Mentorenprogramme an.

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