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Audio gewinnt im Netz an Fahrt

19. Februar 2005

Nokia gab gerade eine Pressemitteilung heraus, in dem sie einen neuen Voicedienst vorstellen, ähnlich dem Podcasting (was auch explizit erwähnt wird). Paralell sollen Audiodienste wie iRadio, der neue RadioService von Motorola, den Konsumenten für weitere Stunden ans Handy fesseln, UMTS ante portas! Die Idee dahunter ist eigentlich toll, doch aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Belastung durch Mobilfunk eindeutig kontraindiziert: Rote Karte! Das wird aber den Siegeszug der neuen Audiodienste kaum stoppen. Darauf baut auch der Verleger Random House, der mittelfristig auf Fremdsprachen und Lesungen via Handy setzt. Ich bevorzuge eher handliche Mediaplayer wie den iPod, so oder so …

The winner is

Der Trend dahinter: Der stationäre Internetanschluss wird zunehmend durch einen omnipräsenten Datenraum ersetzt. Ton, später Videos, lösen rasant die textorientierte Gutenberg-Galaxis als aktuelles InfoMedium ab.

Programme atomisieren zunehmend zielgruppenspezifisch, der Zugang zu den richtigen (weil für mich im Moment relevanten) Medien entscheidet über den informellen Vorsprung. Als eifrigem Leser erscheinen mir mehr als die Hälfte der Special Interest Magazine in den Bereichen eLearning, Multimedia und Business - im Vergleich zu den führenden, meist englischsprachigen Blogs, Webseiten und Podcasts - längst als yesterday´s papers. Das geht einher mit der rasanten Entwicklung von innovativer, preiswerter Software, die mit einem erstaunlichen Leistungsumfang daherkommen. Das reicht vom handlichen cms-System, über Audio- und Videopublishing, vom Powerpoint-in-Flash-Konverter bis hin zur komplexen Lernplattform. Diese Programme sind, intelligent verknüpft, oft 70 - 80 Prozent preiswerter als die zahlreichen old school Lösungen, die ich diese Woche wieder auf der Learntech in Karlsruhe sah.

Das Mittelmass

Andererseits: Auch deren Anbieter können ruhig schlafen, denn ihre Kunden tuen es sowieso. Hintergrund dieser optimistischen Einstellung: Ich habe einen Blick in die Personalentwicklung einer grossen Bank werfen dürfen. Zuerst in ihr Ausbildungsbedarfs-Ermittlungsprogramm (Welcher Mitarbeiter benötigt wann und warum welche Fortbildungsmassnahme?) und anschliessend in ein “ROI-Extrapolationsprogramm zur Ermittlung der Kosten-Nutzen-Analyse einer Weiterbildungsmassnahme mit Balkendiagrammen am Ende”. Um es kurz zu machen: Selbst als Shareware hätte das Ding keine Zukunft. Es war hammerhart, mir fehlen bis heute die Worte und es lässt sich nur als konzertierte Verschwörung gegen deutsche Unternehmen begreifen. Wer sowas für ein paar Zehntausender einkauft, hat massive Personalprobleme. Davon werden viele Programmierer und Trainer lange profitieren. Vom Mittelmass. Das scheint so sicher wie der Trend zu Ton und Video im Web: Stay tuned!

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